ALS DIE ZOMBIES DIE
WELT AUFFRASSEN
Band 1

 

 

Daten
 
 
Veröffentlichung:
Format:
Zeichnungen:
Verlag:

Autor:


Zeichner:

Zeichentrickserie:
Februar 2008
Hardcover, 150 Seiten, Album
vierfarbig
Cross Cult ( www.cross-cult.de )

Guy Davis
Jerry Frissen

Guy Davis

Erste Episode, die auf dem Comic basiert

 

Inhalt

Los Angeles, 2064. Die Toten sind wieder da. Sie wollen nicht die Weltherrschaft. Sie wollen niemanden fressen. Sie wollen nicht mal dein Gehirn. Sie wollen nur ... etwas Aufmerksamkeit und ihre Lieblingsserie im Fernsehen. Wenn aber der Geruch nach vermoderndem Mensch, die gelegentlich herumliegenden Einzelteile oder einfach Großvaters Einmischung in das Familienleben nach seinem Tod doch einmal zu viel werden sollte, ruft man die Zombiejäger. Sie sind illegal. Sie sind teuer. Sie haben seltsame Umgangsformen. Aber sie beseitigen nicht nur Zombies, sondern besorgen auch welche als billige Arbeitskräfte oder aus intimeren Gründen.

Karl und seine Schwester Maggie Neard gehören zu diesen Zombiejägern, die Einblicke in ihren Alltag und in ihr Berufsleben gewähren. Dabei bekommen sie kräftige Unterstützung vom Belgier Freddy Merckx, der nicht lange zappeln und seinen Aggressionen freien Lauf lässt. Dass er aber auch anders kann, demonstriert er indem er auf einmal unheimlich verliebt ist.

 

Kommentar

In acht kürzeren und einem längeren Kapitel erlebt man die Ereignisse einer durch Zombie verseuchten Welt, die sich alle in naher Zukunft in Los Angeles ereignen. Durch dieses Setting werden verschiedene Genren miteinander vermischt, was ziemlich gut umgesetzt wurde. Science-Fiction, Horror, aber auch Drama sowie Komödie sind in diesem einen Band zu gegen. Jedes Kapitel endet mit ein und dem selben Satz: "Nur einer von hunderten Vorfällen, die jeden Tag zur Dämmerung in Los Angeles geschehen." Zwar verspricht einem der Titel einen der gewohnten Zombiegeschichten, doch wird man gleich zu Beginn eines besseren belehrt. Denn auch der Horror tritt nicht ganz in den Vordergrund und mit den bisherigen Geschichten um die Untoten ist diese hier auch gar nicht zu vergleichen. Gewaltszenen gibt es auch hier, doch ist "Als die Zombies die Welt auffrassen" nicht darauf ausgelegt, explizit darauf hinzuweisen. Das braucht es auch nicht. Denn die Unterhaltung ist auch ohne sehr groß und weiß seine Leser oftmals auch über dies und jenes zu schmunzeln. So manche Sprüche sind richtig heftig, was den fehlenden Gewaltszenen vielleicht als Ausgleich zu Gute kommt. Denn das empfohlene Lesealter liegt auch bei dieser Reihe bei 16 Jahren aufwärts.

"Als die Zombies die Welt auffrassen" ist anders als alles bisherig da gewesene in Bezug auf Zombies. Die Lebenden müssen mit den Zombies friedlich auskommen, nur gelegentlich kommt es zu gewissen Angriffen. Zombies können in diesem Beispiel sogar sprechen, sich unterhalten, sind in das alltägliche Familienleben integriert und kämpfen sogar um Anerkennung, meist jedoch vergebens. Im dritten Kapitel "Tödliche Langeweile" wird dann auch noch versucht, sich an Romeros "Night of the Living Dead" zu orientieren, als drei Zombies aus Langeweile versuchen, den Film mit ihrem schauspielerischen Talent selbst darzustellen.

Durch das größere Buchformat kommen die Bilder viel besser zum Ausdruck, was auch dem Lesefluss nur zu Gute kommt. Die farbige Gestaltung ist darüber hinaus einladend und passt hierbei auch wesentlich besser, als wenn man es mit schwarz/weiß schlicht gehalten hätte. Die Charaktere wurden von Guy Davis zeichnerisch hervorragend dargestellt und sind einem so auf Anhieb ans Herz gewachsen, auch wenn sie teilweise ziemlich schräg drauf sein können.

Wer auf Zombies, grandiose Charaktere, lustige Momente und einige dumme Sprüche steht, sich aber nicht von den weniger enthaltenen Gewaltszenen abbringen lässt, ist bei "Als die Zombies die Welt auffrassen" sehr gut aufgehoben. Schon jetzt ist der erste Band mit einem Kultstatus anzubringen, so wie es Romero mit seinen Zombiefilmen längst erreicht hat.

 

Leseprobe

              
         
     
 

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Rezension von Oliver Gogel

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