BRAM STOKERS „DRACULA“
Ein Vergleich zwischen Buch und Film

Ein Vergleich zwischen den
Filmen
"Dracula" (USA 1931) und "Bram Stokers Dracula" (USA 1992)
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Bevor ich zu Bram Stokers
Roman und den Verfilmungen komme, möchte ich kurz auf die seinem
Vampirfürsten zugrunde liegende historische Gestalt eingehen. Prinz Vlad
Tzepes, genannt „Dracul“, wurde 1435 in der Kleinstadt Tschesko in
Rumänien geboren. Sein Vater war Mitglied des Drachenordens, der sich dem
Kampf gegen die Türken verschrieben hatte. Von daher stammt auch der
Beiname „Dracul“, was im rumänischen soviel wie „Sohn des Teufels“ heißt.
Seine Erziehung genoss er im Kloster von Konstantinopel. Im Jahre 1456
gelang es ihm seinen Widersacher Vladislav II. zu stürzen, womit Vlad der
Woiwode der Walachei wurde, und die Thronfolge seines Vaters antrat. |
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Im folgenden werde ich diese beiden sehr unterschiedlichen Verfilmungen des Buches „Dracula“ auf folgendes untersuchen:
1. Wurde die Handlung im Vergleich zum Buch verändert? Wenn ja, inwieweit wirkt sich das auf die Darstellung des Unheimlichen aus? 2. Wie wird die Umgebung mithilfe der Kameraarbeit in Szene gesetzt, um eine unheimliche Atmosphäre zu erzeugen? Wie werden die zentralen Figuren von den verschiedenen Schauspielern interpretiert? Wie wirken sich diese unterschiedlichen Interpretationen darauf aus, wie das Unheimliche des Buches vom geschriebenen Wort zum Film „transportiert“ wird?
Ich werde zunächst beide Filme getrennt voneinander betrachten, und dabei die Art und Weise analysieren, wie das Unheimliche in ihnen dargestellt wird. Dann möchte ich beide miteinander vergleichen, und fragen, was die größten Unterschiede zwischen beiden sind. Beginnen möchte ich mit dem Film aus den dreißiger Jahren. |
1. "Dracula" (USA 1931)
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Inhalt |
2. "Bram Stokers Dracula" von Francis Ford Coppola (USA 1993)
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Inhalt
Jonathan Harker wird von
seinem Arbeitgeber beauftragt, ein Immobiliengeschäft mit einem
exzentrischen Grafen namens Dracul zu finalisieren. Sein Vorgänger,
Renfield, ist leider aus unbekannten Gründen verrückt geworden, und
fristet seither sein Dasein in der Anstalt von Dr. Seward. Harker fährt ob
der Aussichten auf eine gesicherte Karriere sofort nach Transsylvanien.
Dort trifft er auf den ungewöhnlichen Grafen, der auf einem Foto von
Harkers Verlobter Mina seine seit hunderten von Jahren tote Frau Elisabeta
wieder erkennt. Harker wird fortan auf dem Schloss des Grafen gefangen
gehalten. Graf Dracula macht sich, um Jahrzehnte verjüngt, auf den Weg
nach England (während der Schifffahrt erfahren wir durch Vorlesungen aus
dem Logbuch von mysteriösen Ereignissen, so verschwindet nach und nach die
gesamte Crew). In England arrangiert es der Graf so, dass er scheinbar
zufällig mit Mina zusammentrifft. Er schafft es, sie für sich zu
interessieren, macht sich aber in der Nacht vor dem Zusammentreffen fällt
der Graf Minas Freundin Lucy an. Der mit Lucy und ihrem Verlobten Lord
Homeward befreundete Dr. Seward ist mit seinem Latein recht schnell am
Ende, und ruft den Gelehrten Dr. Abraham van Helsing zu Hilfe. Dieser ist
aber leider auch nicht mehr in der Lage, Lucy zu helfen, da diese trotz
Bewachung ein zweites Mal von Dracula angegriffen wird. Unterdessen
treffen sich Mina und der Graf immer wieder heimlich. So erfährt Mina auch
von der Prinzessin, und beginnt sich selbst mit Elisabeta zu
identifizieren (die Szene mit dem Absinth bringt hier eine entscheidende
Wendung). Allerdings gelingt es Jonathan der Bewachung von Draculas Dirnen
zu entfliehen, und irgendwie in ein Kloster zu gelangen. Von dort schicken
Mina die Nonnen einen Brief, dass Jonathan sehr krank sei, und sie
unverzüglich heiraten möchte. Sie schreibt dem „Prinzen“, wie sie Dracula
nennt, einen Abschiedsbrief, der von Dracula natürlich nicht sonderlich
erfreut aufgenommen wird. Im Kloster heiratet sie dann den sichtlich
geschwächten Jonathan. Zurück in England treffen sie auf van Helsing und
die anderen. Sie begeben sich in die Carfax Abbey, und vernichten die
Kisten mit Heimaterde, die der Graf benötigt, um darin ruhen zu können.
Graf Dracula gelingt aber die Flucht. Er vollzieht mit Mina den
„Initiationsritus“, und möchte nach Transsylvanien fliehen. Die anderen
folgen ihn, angeführt von van Helsing, der unbedingt Minas Seele retten
will, um so sein Versagen bei Lucy (die sie zuvor endgültig getötet haben)
wieder gut zu machen. Der Graf scheint aber Minas Gedanken zu lesen, und
ist seinen Verfolgern so immer einen Schritt voraus. In einer Nacht kommt
es zur Konfrontation zwischen Mina und van Helsing auf der einen, und
Draculas Dirnen auf der anderen Seite. Diese endet schließlich so, dass
die drei Damen von van Helsing enthauptet werden. Schließlich gelingt es
unseren Helden, Graf Dracula kurz vor Sonnenuntergang vor seinem Schloss
zum Kampf zu stellen. Quincy gelingt es, seinen Dolch in die Brust zu
rammen, aber die Wunde ist noch nicht tief genug. Der Graf rettet sich
gemeinsam mit Mina in genau die Kathedrale, in der er einst mit Gott
brach. Van Helsing und die anderen folgen ihnen nicht, da sie wissen, dass
Mina den Rest alleine erledigen will, und die Häscher laut van Helsing „zu
Besessenen Gottes“ geworden sind. Mina stößt in der Kathedrale den Dolch
nun endgültig durch Draculas Herz. Mit einem letzten Blick auf das große
Kreuz, das die Kathedrale dominiert, findet Dracula endlich seinen
Frieden. |
Die größten Unterschiede zwischen beiden Filmen
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Im Folgenden sollen die
größten Unterschiede zwischen diesen beiden Verfilmungen behandelt werden.
Was mir als erstes aufgefallen ist, ist die Differenz in der „Sprache der
gezeigten Bilder“ der Filme. Verwendet Tod Browning öfters lange
Einstellungen, die ihre Wirkung auf den Zuschauer erst sehr langsam
entfalten (an diesen Szenen merkt – wie bereits erwähnt – die
Stummfilmvergangenheit von Tod Browning besonders stark), bevorzugt
Coppola schnelle Schnittfolgen, die dem Publikum kaum eine Atempause
gönnen. Coppolas Film ist aber auch aus anderen Gründen ein visuelles
Erlebnis. Die bunten (meist roten) Bilder sind expressionistisch
überladen, und insgesamt sehr unwirklich gehalten, sie wirken, als würden
sie den Zuschauer in eine Art Rauschzustand versetzen wollen. |
| Bericht von Pinhead |