EDEN LAKE

 



Deutschland (Leih-DVD):
11.03.2009 | Deutschland (Kauf-DVD): 17.04.2009
Laufzeit: 88 Min. | Freigabe: SPIO/JK
Vertrieb:
Universum Film

 

Crew

Cast

 

Director:
James Watkins

Producer:
Christian Colson, Richard Holmes

Screenwriter:
James Watkins

Kelly Reilly alias Jenny

Michael Fassbender alias Steve

Tara Ellis alias Abi

Jack O'Connell alias Brett

Finn Atkins alias Paige

Jumayn Hunter alias Mark

Thomas Turgoose alias Cooper

James Burrows alias Harry

 

Inhalt

Für Jenny und Steve sollten es ein paar ruhige und romantische Tage am Eden Lake werden. Nur die Natur genießen, sich nachts am Lagerfeuer erwärmen und im See baden gehen. Auch war von Steve an diesen Tagen ein Heiratsantrag an seine über alles geliebte Jenny vorgesehen. Doch bricht grauenvolles Unheil über sie herein, der ihren Ausflug stört. Eine Gruppe von Jugendlichen macht sich am Ufer des Sees breit, belästigt das Paar und provoziert es so lange, bis es zu einem tödlichen Missgeschick kommt. Aus Versehen hat der Hund des Anführers der Gruppe ein Messer abbekommen. Der Hund erliegt seiner Verletzung, was den aggressiven Jungen noch rasender macht. Er macht allein die Erwachsenen dafür verantwortlich. Ab sofort sinnt er auf gnadenlose Rache und jagt gemeinsam mit seinen Freunden  das Pärchen durch den tiefen Wald. Dabei schreckt der Anführer vor nichts zurück und sorgt sogar dafür, dass jeder seiner Freunde zum Mittäter wird. Für niemanden scheint es einen Ausweg zu geben und schon bald eskaliert die Situation auf erschütternde und blutige Weise...

 

Kommentar

"Eden Lake" beginnt erwartungsgemäß mit einer kurzen Einführung der beiden erwachsenen Hauptdarsteller, ohne gleich zu viel Zeit damit verschwenden zu wollen. Und dennoch ahnt man lange nicht, worauf der Film hinaus will und was schon bald auf einen zukommt. Das sind Punkte, die man heute nur noch selten in einem Horrorfilm erleben darf. Denn vieles ist einfach zu vorhersehbar oder schlichtweg zu unspektakulär und zu einfach gestrickt, da es immer wieder die alte Leier ist, die einem präsentiert wird. Der Film steuert stets auf ein atmosphärisches und düsteres Erlebnis hin, das so kaum ein anderer Film zu wagen versucht hat. Nur der französische Horror-Thriller "Inside" könnte dabei mithalten, wo auch dieser mit Tabubrüchen keinen Aufstand gemacht hat. Dabei schockiert "Eden Lake" aber doch etwas mehr und sticht damit hervor, als dass man sich mit dem Thema wesentlich eher identifizieren kann und solch ähnlichen Fälle heute immer mehr zum Vorschein treten, man sie größtenteils aber auch nur aus Nachrichtenmeldungen kennt. Im Grunde könnte dieser Film sogar auf einer wahren Begebenheit basieren, und gerade hier würde man es ihm voll und ganz abnehmen. Leider werden die Jugendlichen mit diesem Film aber in ein schlechtes Licht gestellt. Man muss sich realistischerweise nur immer vor Augen führen, dass nicht alle Jugendlichen so sind, wie sie hier dargestellt werden, nämlich provokativ, respektlos, aggressiv und gewalttätig. Man findet überall schwarze Schafe, aber von irgendwoher rühren schließlich diese angeeigneten Eigenschaften. Und auch das wird schlussendlich im Film sehr gut dargestellt, um nicht zu sagen erläutert. Selbst der Gruppenzwang spielt eine erhebliche Rolle in diesem Machtspiel unter den Jugendlichen. Wer nicht mitspielt, wird eben dazu gezwungen. Sogar der ein oder andere Jüngere der jugendlichen Gruppe wird dazu angestiftet, zum Mittäter zu werden, um ja kein Wort darüber zu verlieren. Denn: mitgehangen, mitgefangen! Das Finale kommt weniger mit einem Twist daher, schockiert aber auf ein Neues. Dabei stellt sich die Frage, ob das nicht vielleicht sogar zuviel des Guten war. Zumindest sorgt der Film, nachdem man ihn gesehen hat, für eine ganze Menge an Gesprächsbedarf.

Auch wenn es einige härtere Szenen gibt, so wird nicht immer explizit die Gewaltdarstellung gezeigt. Hier reicht bereits die Gewaltbereitschaft völlig aus, die dem Zuschauer ein unbehagliches Gefühl vermittelt. Aus psychischer Sicht wird hier einem einiges abverlangt, wodurch der Zuschauer an seine Grenzen stoßen könnte. Viele nur leicht angehauchte Gewaltszenen, die vielleicht sogar nur im Off stattfinden, könnten den Zuschauer schon zum Wegschauen animieren. Eine deutlich explizitere Gewaltdarstellung wäre demnach keine Notwendigkeit mehr gewesen. Ein Horrorfilm sollte ohnehin nicht nur von der Gewalt beherrscht sein, da aufgrund dessen schnell mal das Niveau sinken kann. Das haben die Macher bei "Eden Lake" auch richtig erkannt, sodass dies vermieden werden konnte.

Die Schauspieler, von klein bis groß, sind alle sehr überzeugend in ihrer Darstellung. Besonders Brett, der Anführer der Jugendlichen, ist schön fies und aggressiv. Im Originalton ist jener aufgrund seines englischen Dialektes leider kaum zu verstehen, klingt hierbei aber ein wenig überzeugender in seiner Art und Weise. Darsteller Jack O'Connell durfte sich in seiner Rolle so richtig austoben. Wer würde nicht gerne einmal die Führungsposition haben, anderen Befehle erteilen und diese Macht so richtig auskosten? Jack durfte es zumindest schauspielerisch darstellen. Und gerade das mag gar nicht mal ein leichtes Spiel für jemanden sein, der vom Typ vielleicht ganz anders ist. Hut ab also für diesen jungen Schauspieler und diese außergewöhnliche Rolle. Die weibliche Hauptrolle, der Kelly Reilly zugetragen war, konnte von Anfang an die Sympathien auf ihre Seite ziehen. Es war vor allem auch eine tolle Abwechslung gegenüber anderen Horrorfilmen, ihren Charakter nicht zuerst weinerlich und unbeholfen darzustellen, während sie dann auf einmal zu einem eiskalten Racheengel wird und sich zu helfen weiß. Das wäre nämlich sehr unglaubwürdig gewesen. Man konnte die Waage halten, sodass sie zwar zurückhaltend wirkt, aber nicht schwach oder weinerlich.

 

Fazit

Mit diesem packenden Horror-Thriller, der zugleich zutiefst erschüttert und einen nicht mehr so schnell in Ruhe lässt, hat man abermals gezeigt, wie grauenvoll doch die menschliche Seele sein kann. Gerade aus der heutigen gesellschaftlichen Sicht einer der schockierendsten, wenn nicht sogar besten Filme, die sich in etwa mit den Themen Revenge, Terror und Folter auseinandersetzen. Definitiv nichts für schwache Nerven!

 

Screenshots

         
         

 

 

Inhalt, Kommentar und Fazit von Oliver Gogel

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