FREITAG, DER 13. (Remake)

 



Deutschland (Kinostart): 13.02.2009 | Deutschland (Kauf-DVD): 30.07.2009
Laufzeit: ca. 90 Min. | FSK: 18
Vertrieb: Paramount Pictures

 

Crew

Cast

 

Director:
Marcus Nispel

Producer:
Michael Bay, Brad Fuller,
Andrew Form

Executive Producer:
Toby Emmerich, Brian Witten,
Sean S. Cunningham

Screenwriter:
Damian Shannon, Mark Swift,
Mark Wheaton

Derek Mears alias Jason Voorhees

Jared Padalecki alias Clay Miller

Amanda Righetti alias Whitney Miller

Danielle Panabaker alias Jenna

Travis Van Winkle alias Trent

Aaron Yoo alias Chewie

Arlen Escarpeta alias Lawrence

Julianna Guill alias Bree

 

Inhalt

Clay ist auf der Suche nach seiner vermissten Schwester Whitney, die vor sechs Wochen mit einer kleinen Gruppe von Freunden am Crystal Lake zelten war, von diesem Ausflug aber nicht wiedergekehrt ist. Weil die Polizei nicht gerade kooperativ ist und ihm bei der Suche keine Beachtung schenkt, nimmt Clay es selbst in die Hand und verteilt Vermissten-Flyer in der Gegend um den Crystal Lake, in der Hoffnung, seine Schwester lebend wieder zu finden. Dabei missachtet er die Warnungen der Ortsansässigen. Auf seiner Suche stößt Clay auf den reichen Schnösel Trent und seine Freunde. Diese fahren in das Ferienhaus von Trents Eltern, um dort ausgelassen zu feiern. Doch die Feier nimmt ein plötzliches Ende, als auf einmal ein Killer umhergeht. Er ist riesig, gnadenlos und kräftig - die Legende um Jason Voorhees, der einst vor vielen Jahren im See des Crystal Lake ertrunken ist, scheint sich zu bewahrheiten. Ein Kampf ums nackte Überleben entfacht, und ein Entkommen scheint tatsächlich aussichtslos zu sein...

 

Kommentar

Leider war die Anfangssequenz eher enttäuschend. Die Kenner des ersten Teils der originalen Reihe würden den Grund auf Anhieb kennen. Man kann nur vermuten, dass diese Szene nach der ersten Testvorführung integriert wurde, da diese Zuschauer damals jemanden vermisst haben. Im Grunde war es gar nicht verkehrt, diese Person letztendlich doch in der Kinofassung zu zeigen, jedoch hat man das mit einem völlig falschen Ansatz gemacht. Man kann nur hoffen, dass die Unrated Fassung dahingehend noch etwas früher beginnen wird. Man hat ja bereits mitgeteilt, dass die Unrated nicht nur mehr Sex und mehr Gore enthalten würde, sondern die Story auch völlig anders verlagert wird und kaum noch Bezug zur Kinofassung hätte - was auch immer das bedeuten mag.

Es gibt viele Szenen, die den Zuschauer (vor allem im Kino und sowieso beim allerersten Sehen) erschrecken lassen. Aber das haben ja so gut wie alle Horrorfilme - und allen voran Slasherfilme - so an sich. Dabei sei aber auch eines gesagt: So viele Szenen es gibt, den Zuschauer zu erschrecken, mindestens genau so viele vorhersehbare Momente gibt der Film preis. Einige dieser Momente zeigt bereits der offizielle Kinotrailer, die anderen Momente weiß ein Horrorfreak einfach von Natur aus. Logikfehler gibt es auch den ein oder anderen, aber nur wenn man sehr aufmerksam ist. Es ist jedenfalls nicht so, dass sie einen unbedingt stören würden. Außerdem haben auch das Horrorfilme so an sich, genau so wie Bloopers, von denen es auch mindestens einen gibt, nämlich der Wechsel von Tag und Nacht. Das hat man beim Zusammenschneiden nicht beachtet.

Am vorhandenen Gore ist eigentlich weniger etwas zu bemängeln, vor allem bei einer Kinofassung. Für eine Unrated-Fassung wünscht man sich dann aber doch etwas mehr davon. Mit den Anfängen der Kills von Jasons Mutter und Jason aus den ersten Teilen der Originalreihe kann dieser Film jedenfalls gut mithalten.

Der neue Jason ist anders, keine Frage. Er sieht nicht nur düsterer aus, sondern bewegt sich auch rasanter und kann sogar denken? Zumindest kann er den Schalter für die Außenbeleuchtung betätigen, um seine Opfer besser sehen zu können. Der alte Jason hätte solch eine Hilfe nie für nötig gehalten. Auch scheint der neue Jason nicht mehr so unbeholfen und tollpatschig zu sein, wie man es noch aus dem originalen zweiten und dritten Teil kennt. Derek Mears, den man u.a. aus "The Hills Have Eyes 2" von Martin Weisz kennen sollte, ist jedenfalls eine sehr gute Wahl gewesen. Eine kleine Anlehnung an diesen Film sieht man auch im neuen "Freitag, der 13.", nämlich in Bezug auf ein unterirdisches System. Das war anfangs zwar sehr gewöhnungsbedürftig, doch zum Schluss kann man sogar Gefallen daran finden.

Die jugendlich angehauchten Opfer sind im Großen und Ganzen so, wie man es erwarten konnte. Die einen sind nervig, die anderen (wenigen) kommen einem recht sympathisch vor. Aber das ist man ja aus der originalen Reihe auch nicht anders gewohnt. Schnell wird einem auch klar, wer die möglichen Überlebenden sein könnten. Was weniger gut ankam, waren die nackten Mädchen. Auch das sollte man aus den früheren Camp-Slasherfilmen gewohnt sein, doch hatte man hier nun das Gefühl, es wäre sehr überzogen dargestellt worden und man hat es nur noch darauf reduziert. Sex war weniger das Thema, sondern mehr die freizügige Oberweite der Mädels. Natürlich hätte das nicht fehlen dürfen, jedoch ist weniger manchmal doch mehr! Und die männlichen Charaktere wollten abgesehen von Clay (Jared Padalecki) auch nicht wirklich beim Zuschauer punkten. Mit ihrer notgeilen, verkorksten, besserwisserischen und manchmal doch obermacker-streitsüchtigen Art lag der Sympathiefaktor gewiss nicht auf ihrer Seite.

Von dem bekannten Score aus der alten Reihe war hin und wieder etwas zu hören, doch wäre mehr davon recht wünschenswert gewesen, um eben das alte Feeling wieder zu bekommen. Dafür hat man sich bei den rasanteren Szenen einen Score angelegt, der dem von "Saw" verdammt nahe kommt. Dieser hat aber auch sehr zur neuen "Freitag"-Version gepasst, weshalb an dem nichts zu kritisieren wäre.

Das Ende war etwas besser, als beispielsweise der verpatzte Anfang. Hier hat man sich gleich an zwei Enden eines Jason Voorhees-Filmes bedient, genauer gesagt ist es eine gute Mischung davon, die so aber auch wieder zu vorhersehbar war. Vermutlich war das aber genau so beabsichtigt und deutet so auf eine mögliche Fortsetzung hin. Seit dem Ende von "Freddy vs. Jason", eben jener Film, der dem Ende des Remakes ein wenig ähnelt, weiß man aber auch, dass das noch lange nichts zu bedeuten hat. Denn auf eine Fortsetzung wartet man hier vergebens.

 

Fazit

Jason's back! Man kann verstehen, wenn viele Jason-Fans diese Neuinterpretation eher negativ kritisieren, für die neue Generation von Slasherfans ist er aber genau das Richtige. Bei diesem Film sollte man die originale Kultreihe möglichst unbeachtet lassen, wobei das zugegebenermaßen schwer fallen wird. Das wäre schließlich aber auch der Fehler bei Rob Zombies "Halloween" Neuinterpretation gewesen. Denn hier gab es zwar Szenen, die man aus dem Originalfilm kannte, doch größtenteils wollte er doch eine andere Richtung einschlagen, was ihm auch gelungen ist. Es gibt schließlich verschiedene Arten von Remakes. Remakes, die 1:1 mit dem Original übereinstimmen ("Funny Games") und eben jene Remakes, die sich vom Original lösen wollen und etwas eigenes versuchen, so wie es eben Rob Zombies "Halloween" und nun auch der neue "Freitag, der 13." geschafft haben. Abgesehen davon wird der Zuschauer von Anfang an auf folgendes hingewiesen: Dieser Film ist nicht inhaltsgleich mit dem Original aus dem Jahr 1980!

 

Screenshots

         
         

 

 

Inhalt, Kommentar und Fazit von Oliver Gogel

| Top |



| zurück |