JACK KETCHUM'S EVIL
Originaltitel: The Girl Next Door

 



Montreal (Premiere):
19.07.2007 | Deutschland (DVD-Vö): 16.05.2008
Laufzeit: 91 Min. | FSK: Keine Jugendfreigabe
Vertrieb: Galileo Medien

 

Crew

Cast

 

Director:
Gregory Wilson

Producer:
William M. Miller,
Andrew van den Houten

Screenwriter:
Daniel Farrands, Philip Nutman

Blythe Auffarth alias Meg Loughlin

Madeline Taylor alias Susan Loughlin

Daniel Manche alias David Moran

Blanche Baker alias Ruth Chandler

Graham P. Martin alias Willie Chandler

Benjamin R. Kaplan alias Donny Chandler

Austin Williams alias Ralphie Chandler

 

Inhalt

Der inzwischen über 50 Jahre alte David könnte auf ein sorgenfreies Leben zurückblicken, wenn er in den 50er Jahren, als er noch ein heranwachsender Junge war, nicht etwas Schlimmes erlebt hätte. Noch heute hat er Alpträume von den Ereignissen von damals...

Es war im Sommer, als David zum ersten Mal auf Meg traf. Sie und ihre Schwester sind nebenan bei den Chandlers eingezogen, nachdem deren Eltern bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen sind. Tante Ruth und ihre vielen Jungs haben beide bei sich aufgenommen. Als hätten sie durch diesen großen Verlust nicht schon genug an Schmerzen erleiden müssen, ereignet sich schon bald etwas, das bis heute zu eines der schlimmsten Verbrechen Amerikas zählt. Ruth erzieht Meg und Susan auf ihre ganz eigene Art und Weise, was David als Nachbar und Freund der Familie schnell bemerkt. Die Lage spitzt sich zu, als Meg im Keller der Chandlers gefesselt und aufs Tiefste erniedrigt wird. Zuerst sollte dies Teil eines Spiels werden, doch nimmt das Spiel unvorhergesehene Züge an, die selbst David schockieren. Meg wird von Ruths Kindern und den Kindern aus der Nachbarschaft gefoltert und vergewaltigt. Nur David bleibt bei Verstand, doch kommen dessen Rettungsversuche zu spät.

 

Kommentar

Der gefeierte Horrorautor Jack Ketchum hat mit seinem Roman "The Girl Next Door" bereits im Jahre 1989 seine Leser gekonnt schockieren können. Hier in Deutschland ist dieser Titel erst im Jahr 2005 erschienen und seitdem unter der Bezeichnung "Evil" bekannt. Auch nach über 15 Jahren hat das Thema seinen Reiz nicht verloren. Inzwischen ist man sogar einen Schritt weiter gegangen, denn man hat sich um eine Verfilmung bemüht, die nicht nur auf Jack Ketchum's Roman basiert, sondern auch in abgeänderter Form die Ereignisse widerspiegelt, die sich in den 60er Jahren tatsächlich so abgespielt haben.

Bei Romanverfilmungen geht man eher skeptisch an das filmische Werk, wenn man sich zuvor mit dem Roman befasst hat. Denn beim Lesen taucht jeder in seine eigene Welt ab und interpretiert alles nach seinem eigenen Bedarf. Bei einem Film ist das nicht möglich. Und doch kann man sich Jack Ketchum's "Evil" bedenkenlos ansehen, auch wenn man zuvor den Roman gelesen hat...
Zum größten Teil bekommt man das zu sehen, was man bereits kennt. Nur sehr wenige Szenen wurden entweder völlig aus dem Drehbuch geschrieben oder nur umgeschrieben. Sicher ist jedoch, dass man sich bei der filmischen Umsetzung nicht alles getraut hat, tatsächlich so grausam darzustellen. Jack Ketchum hat nämlich noch wesentlich tiefer in das blicken lassen, was das Mädchen alles über sich ergehen lassen musste. In dieser Hinsicht versucht der Film zwar an seine Grenzen zu gehen, man verspürt in manchen Situationen aber einfach den fehlenden Mut so etwas auch ordentlich auszuführen. Die Kamera war bei den entsprechenden Szenen ohnehin nicht bis zum Schluss mit dabei, musste sie aber auch nicht. Denn die Geschichte ist so ergreifend, dass man sie auch ohne das künstliche Blut bestens erzählen kann.

"Evil" gewinnt zunehmend an düsterer Atmosphäre und wird seinem Titel mehr als gerecht. Was mit dem Mädchen von Nebenan ("The Girl Next Door") noch recht harmlos gehalten wurde, macht die deutsche Titelgebung "Evil" mit einem Schlag bewusst. Grausamer kann ein Film kaum werden, so wird vom Zuschauer auch jede Menge abverlangt. Denn gerade Ketchums Version der Ereignisse gehen noch einen Schritt mehr in Richtung Horror, als die Geschichte eigentlich davon handeln sollte.

Die schauspielerische Leistung ist vom Jüngsten der Chandlers bis hin zur psychopathischen Tante Ruth beachtlich, und das obwohl der Film nur aus insgesamt drei Hauptcharakteren besteht: Ruth, Meg und der junge David. Die anderen Kinder und Jugendlichen halten sich eher bedeckt im Hintergrund, wie man es auch von der Buchvorlage gewohnt ist. Am Anfang haben so manche Charaktere etwas befremdet gewirkt, die Zeit hat aber gezeigt, dass man sich schnell damit zurecht finden konnte. Nur Susan (gespielt von Madeline Taylor), die gehbehinderte Schwester von Meg, hätte noch mehr involviert werden müssen. Gerde bei ihren Szenen fällt auf, dass diese im Vergleich zum Roman etwas dürftig ausgefallen sind.

 

Fazit

Vom Verbrechen, welches sich tatsächlich ereignet hat zu Jack Ketchum's Roman bis hin zur aktuellen Verfilmung. Genau so sollte eine Romanverfilmung aussehen, wobei das Buch noch tiefer in die brutalen Methoden einblicken lässt. Man sollte sowohl das Buch, als auch die Verfilmung kennen. Ein entweder oder genügt bei diesem Thema nicht!

Weitere Empfehlung: "An American Crime" (Filmrezension)

 

Screenshots

         
         

 

 

Inhalt, Kommentar und Fazit von Oliver Gogel

| Top |



| zurück |