LA PETITE MORT

 



Splatterday Night Fever (Premiere):
10.10.2009 | Deutschland (Kauf-DVD): 30.11.2009
Laufzeit: 74 Min. | Freigabe: ungeprüft
Vertrieb: NSM (Österreich)

 

Crew

Cast

 

Director:
Marcel Walz

Producer:
Thomas Buresch

Co-Producer:
Manoush, Andreas Pape,
Marcel Walz

Screenwriter:
Marcel Walz

Manoush alias Fabienne

Andreas Pape alias Simon

Inés Zahmoul alias Nina

Anna Habeck alias Dodo

Annika Strauß alias Dominique

Magdalèna Kalley alias Angélique

 

Inhalt

10 Stunden trennen sie von Sommer, Sonne und Strand. Simon, dessen blinde Freundin Nina und die aufgeweckte Dodo müssen vor Ihrem Abflug nach Mallorca, in Frankfurt umsteigen. Genug Zeit um noch ein paar Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Doch nachdem sie von einem Unbekannten ausgeraubt werden, landen sie zufällig im „Maison de la petite mort“, Schauplatz für die abscheulichen Perversitäten und blutgetränkten Spielchen der High Society. Hausherrin Fabienne und ihre missratenen Töchter Dominique und Angelique bewirtschaften das Etablissement, wo bestialische Folterungen, ekelerregende Morde und Fieberphantasien unheilbar kranker Hirne, unsere Urlauber erwarten. Gibt es für die Drei ein Entkommen aus der Hölle?

 

Kommentar

"Krank, Abartig, Pervers", so wird der Film schon auf dem Back-Cover beschrieben. Dem kann man in dieser Form wirklich nicht viel hinzufügen.
Zu Beginn des Filmes schaut alles noch sehr gemächlich aus. Die drei Hauptcharaktere machen sich zunächst einen gemütlichen Tag in Frankfurt/Main, um die Zeit zu überbrücken, in der sie auf ihren Flug nach Mallorca warten. Diese Gemütlichkeit ändert sich jedoch schlagartig mit dem Eintreten ins „Maison de la petite mort“. Marcel Walz versteht es, eine drückende Atmosphäre, die von Gewalt und deren Auswirkung auf die Sexualität ihrer Protagonisten gefüllt ist, zu erschaffen. Es entsteht eine mehr oder minder "familiäre Atmosphäre", die allein schon sehr durch das Verhältnis der Hausherrin und ihrer Töchter getragen wird. Es ist fast schon beängstigend, wie gut dieses Gespann funktioniert. Des Weiteren wird die Atmosphäre natürlich auch durch die Enge des Keller-Etablissements getragen. Eng, Dunkel und eigenartig, allerdings was erwartet man von einem Sadomaso-Club sonst?

Zu den Darstellern kann man allgemein eines sagen, sie bringen ihre Rolle gut rüber. So verstehen es zum Einen die "Normalos" um Simon, Nina und Dodo, dieses auch darzustellen. Situationsbedingt verkörpern sie entweder Freude, Angst oder die pure Hoffnungslosigkeit. Auf der anderen Seite stehen Fabienne, Dominique und Angelique. Fabienne merkt man direkt an, wie egal ihr das menschliche Leben ist, sie sieht nur ihren Profit und den Hass, den sie auf "Normalos" hat, die ihre Neigungen nicht verstehen. Dominique und Angelique verkörpern die Art Mensch ohne eigenen Willen. Sie lassen sich meist nur kommandieren. Es stellt sich die Frage, ob eine von beiden überhaupt schon einmal Kontakt zur Außenwelt hatte. All dies schafft doch eine recht kräftige Glaubwürdigkeit der Charaktere. Zum Schluss kommt noch ein besonderer Charakter hinzu, "Der Kobold". Er verkörpert einen Menschen, der von seiner Außenwelt gezeichnet ist und auf Rache gegen jeden getrimmt ist, der äußerlich etwas herzugeben hat.

Zur Story sei soviel gesagt, im Großen und Ganzen ist das Prinzip aus Genre-Kollegen schon bekannt. Sie stellt sich als Solide ohne große Lücken dar. Wer eine große Erneuerung im Torture-Genre erwartet, wird dies leider nicht erleben. Jedoch soll der Film auf Ereignissen beruhen, die im Jahre 1996 tatsächlich stattgefunden haben. Da ich leider keine Einsicht in Polizeiakten habe, kann ich dies weder dementieren, noch beglaubigen. Jedoch verleiht dieser Fakt dem Ganzen einen noch bittereren Unterton.

Nun noch einige Worte zu den Effekten. Da Olaf Ittenbach für die FX verantwortlich war, dürfte es nicht weiter verwunderlich sein, dass diese sehr realistisch und doch wieder übertrieben daher kommen. Ittenbach versteht sein Handwerk einfach. Es ist auch nicht übertrieben zu sagen, dass seine Effekte dem Film einen weiteren Schub geben und vor allem die Atmosphäre bereichern. Für Gorehounds gibt es ohne weiteres Überlegen genug Szenen in diesem Film. Da sei zum Einen die "Penis-und-Hoden-abtrenn"-Szene und des Weiteren die Bekanntschaft einer Hand mit einem Fleischwolf. Zuviel will ich hier jedoch nicht verraten.

 

Fazit

"La Petite Mort" ist das, was Hostel oder andere Genre-Kollegen gerne gewesen wären. Der Film glänzt durch seine drückende Atmosphäre und seine derben Effekte. Er verzichtet auf ein großes Trara und zeigt eher eine Abbildung mancher Hinterhöfe, die man nicht sehen will. Jeder, der auf das Torture-Genre steht, sollte unbedingt bei dem Titel zugreifen, selbst Leute die dem Genre nicht nahe sind,sollten einen Blick riskieren.

 

Screenshots

         
         

 

 

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