|
Über "Midnight
Movie" kann ich als Slasherfan leider sagen, dass es sich um einen sehr
durchschnittlichen Film handelt. So gerne ich mir auch mehr gewünscht
hätte...
Es fängt schon bei den Charakteren an: Sämtliche Leute sind in meinen
Augen total lieblos dargestellt, was aber eher am Drehbuch liegen dürfte.
Sämtliche Jugendliche (oder auch Opfer) sind wirklich nur charakterlos. Es
sticht niemand wirklich heraus. Der Einzige, der mir in seiner Darstellung
gefallen hat, ist der dicke Rocker Harley, weil er sich anfangs noch als
totales Arschl... gibt, später aber beweist, dass er nur eine raue Schale
mit weichem Kern hat. Zu der so genannten Heldin, die es ja in jedem
Slasherfilm seit den 80ern gibt, kann ich nur sagen, dass sie niedlich
aussieht, das war es dann aber auch schon.
Rein atmosphärisch gesehen hat der Film für mich auch nichts zu bieten
gehabt. Mich hat es schon gestört, dass nur wenige Leute im Kino saßen.
Dazu wird an einer Stelle im Film auch erwähnt, dass es sich eben um einen
Kultfilm handelt und dass diese nicht viel besucht werden. Eigentlich
müsste ein Horrorfilm, der seit 40 Jahren nicht mehr gelaufen ist, und
dessen Darsteller, der in einer Psychiatrie eingewiesen wurde, doch mehr
Leute anlocken. Zumindest hat man versucht, das leere Kino zu erklären.
Wenn man dann aber beispielsweise mal an die Kinoszene aus "Scream 2"
denkt, ist man schon etwas enttäuscht.
Nun zu dem Killer und seinem Mordwerkzeug: Der Killer redet in dem Film
auch ein paar Sätze, was mich persönlich aber sehr gestört hat. Man hätte
sich diese paar Sätze wirklich sparen können. Wenn es passt, habe ich ja
auch gar nichts gegen redende Slasher. Was wäre beispielsweise Freddy
Krüger ohne seine lustigen Kommentare vor und nach den Morden? Oder die
angsteinflössenden Anrufe von Ghostface aus "Scream"? ... Naja, hier hätte
man sich lieber für die Jason oder Michael Variante entscheiden sollen.
Als Waffe trägt der Killer eine Art scharf geschliffener Korkenzieher, den
er seinen Opfern in die Brust haut, um dann große Stücke wieder mit heraus
zu ziehen. Als andere Möglichkeit dazu kann er mit dem Korkenzieher aber
auch Kehlen aufschlitzen. Beides hört sich für Liebhaber von netten
Goreeffekten jetzt zwar viel versprechend an, ist es aber nur
stellenweise. Bis ungefähr zur ersten Hälfte des Filmes dachte ich noch,
ich würde gar keine Effekte mehr zu sehen bekommen, weil alles irgendwie
geschnitten wirkte, was aber bewusst so vom Regisseur dargestellt wurde.
Später sieht man auch noch ein paar "nette" Kehlenschnitte und Bäuche mit
großen Löchern drin, aber damit hätte man schon bei einigen Opfern früher
beginnen sollen.
Zum letzten Drittel des Filmes gibt es dann auch noch leichte Anleihen zu
"Hostel", welche ich aber jetzt nicht schon vorher verraten möchte. Zudem
kennt man das Feature mit den zwei Welten (im Film und in der Realität)
schon aus "A Nightmare on Elm Street". Nachdem der Killer seine Opfer
getötet hat, schleppt er ihre Leichen in den Film hinein. Im umgekehrten
Sinne von Freddy Krügers Traummorden, in denen er sie in den Träumen
ermordet hat, und ihre Leichen dann in der Realität ließ. |