WHILE SHE WAS OUT

 



Premiere:
18.09.2008 | Deutschland (DVD-Vö): 13.03.2009
Laufzeit: 82 Min. | FSK: ab 16 Jahren
Vertrieb:
Koch Media

 

Crew

Cast

 

Director:
Susan Montford

Producer:
Mary Aloe, Susan Montford,
Don Murphy, Kirk Shaw

Executive Producer:
Christian Arnold-Beutel,
Edward Bass, Tim McGrath,
Guillermo del Toro

Screenwriter:
Susan Montford

Kim Basinger alias Della

Craig Sheffer alias Kenneth

Lukas Haas alias Chuckie

Jamie Starr alias Huey

Leonard Wu alias Vingh

Luis Chàvez alias Tomás

 

Inhalt

Die hübsche Della hat alles andere, als ein sorgenfreies Leben. Gemeinsam mit ihren beiden Kindern muss sie mit den Launen und Handgreiflichkeiten ihres Mannes zurecht kommen. Als selbst der Weihnachtsabend nicht heilig zu verlaufen scheint, macht sich die sehr aufgewühlte Mutter auf den Weg ins Einkaufszentrum, um vermeintliche letzte Einkäufe zu erledigen. Dabei ahnt sie nicht, dass ihr bisher verlaufenes Leben noch gar nichts dagegen ist, was ihr noch am selben Abend widerfahren wird. Denn als es darum geht, vorm überfüllten Einkaufszentrum einen Parkplatz zu bekommen, und ein geparktes Auto meint, sich so hinstellen zu müssen, um gleich zwei Parkplätze in Anspruch zu nehmen, lässt dies Della nicht auf sich beruhen und hängt dem Fahrzeughalter einen Zettel an die Windschutzscheibe, indem sie sich beschwert. Als Della mit ihren Einkäufen zurück zum Auto geht, in ihr Auto steigt und wegfahren möchte, wird sie von einer vierköpfigen Gang davon abgehalten. Diese entpuppen sich als jene, die dem Auto zugehören und provozieren Della daher. Ein Wachmann eilt herbei, um die Situation zu schlichten, doch dabei fällt auf einmal ein Schuss, der den Wachmann zu Boden fallen lässt. Die verängstigte Della steigt sofort in ihren Wagen und fährt davon. Die Gang fährt der einzigen Zeugin hinterher. Ein Katz- und Mausspiel beginnt, das sogar in die tiefen Wälder führt. Della hat nur ihren roten Werkzeugkoffer bei sich, mit dem sie versucht, sich am Leben zu halten. Wie hilfreich solch ein Werkzeugkoffer sein kann, wird den Jägern schon sehr bald auf blutige Weise vor Augen geführt...

 

Kommentar

Mit einem Rache/Selbstjustizfilm erfindet man aus heutiger Sicht gewiss nicht mehr das Rad neu. Das einzig Erwähnenswerte bei "While She Was Out" ist vielleicht nur, dass dieser nicht nur von einer Frau geschrieben und inszeniert wurde, sondern sich auch in erster Linie um eine Frau dreht. Und die Selbstjustiz läuft auch nur darauf hinaus, dass die Protagonistin ausschließlich sich selbst am Leben erhalten muss. Es gibt keine Rettungsaktion einer entführten Person, noch wurde einer ihrer Lieben ermordet oder bedroht, was ein Racheverlangen oder die Selbstjustiz zumindest nachvollziehbarer machen würde und man es so aus anderen dieser Filme kennt.

Zunächst wird man über das Leben der Hauptfigur Della, gespielt von Kim Basinger, aufgeklärt und gezeigt, welche Persönlichkeit man vor sich hat. Dies wäre jedoch nur bedingt von Nöten gewesen. Vor allem da dieser Ablauf zu Beginn leicht übertrieben und unglaubwürdig erscheint. Im weiteren Verlauf merkt man aber schnell, wie wichtig dieser Anfang doch für die Entwicklung des Charakters gewesen ist. Ab einem gewissen Zeitpunkt ist der Charakter nämlich überhaupt nicht mehr durchschaubar und avanciert sich zu einer starken Persönlichkeit. Abgesehen davon wird man aber auch sehr von Della abhängig gemacht. Man merkt vor allem, wie wichtig der Regisseurin und Autorin diese Person ist. Denn die Kamera weicht nur äußerst selten von ihrer Seite und es wird auch mehr aus ihrer Perspektive erzählt. Ausreichend viele Alternativen gäbe es aber ohnehin nicht, da es nur wenige Darsteller gibt, was einer der kleineren Schwachpunkte ist. Dabei erwies sich Della im Allgemeinen doch eher als wortkarg.

Diese Art von Film muss einfach von einer gewissen Spannung leben, womit "While She Was Out" aber auch keine Probleme hat. Sobald sich erstmals die Lage zuspitzt, hält sich die Spannung konstant, was den zum Teil vorkommenden Schwächen wirklich zu Gute kommt. Die größten Schwächen zeigen sich erst ab dem Moment, wenn die Handlung in kürzester Zeit in einen Wald verlagert wird und einige Ungereimtheiten und ungewöhnliche Momente einmarschieren. Fragwürdig ist zunächst, wie sinnvoll es ist, sich mit einem schweren Werkzeugkoffer gewappnet auf die Flucht zu begeben und ob dieser nicht vielleicht etwas hinderlich dabei sein könnte. Andererseits erweisen sich die Werkzeuge darin gut zur Verteidigung, was Della sehr zu schätzen weiß. Es gibt einige wenige Szenen zu sehen, die durchaus genauer die Gewaltmomente zeigen. Und das bei einer Freigabe von 16 Jahren. Dieser Aspekt allein hat aber keinerlei Auswirkung auf den Film. Denn selbst ohne die explizite Gewaltdarstellung wäre der Film nicht schlechter, da die Spannung und Atmosphäre einfach überwiegt, in diesem Fall einfach wichtiger erscheint. Mit mindestens einem Logikfehler trumpft der Film auch. So kommt die Flucht in den Wald für alle beteiligten Personen - sowohl für Della, als auch für ihre Verfolger - doch recht überraschend und unvorhergesehen, doch scheinen die Verfolger im Wald bereits ein festes Plätzchen gefunden zu haben, an dem sie sich regelmäßig treffen und in der Vergangenheit auch getroffen haben. Das macht zumindest den Anschein, wenn man sich den Platz genauer ansieht.

 

Fazit

Der Film ist trotz der vorhandenen Schwächen ein recht solider, vor allem spannender, Psycho-Thriller zum Thema Rache/Selbstjustiz, der gerne und leicht unterschätzt werden kann. Für jene, die sich in diesem Genrebereich heimisch fühlen, dürften die wenigen Schwachpunkte zu verschmerzen sein. Im direkten Vergleich zu anderen Filmen seiner Klasse sei jedoch gewiss gesagt, dass "While She Was Out" zu den Schwächeren gehört.

 

Screenshots

         
         

 

 

Inhalt, Kommentar und Fazit von Oliver Gogel

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